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Doppelt so viele AU-Tage wegen psychischen Beeinträchtigungen
Laut Gesundheitsreport des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) machten psychische Erkrankungen im Jahr 2024 etwa 5,2 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsfälle aus. Demnach nur einen kleineren Teil der Gesamtfälle, allerdings führen psychische Beeinträchtigungen oft zu längeren Arbeitsausfällen und nehmen so dennoch einen größeren Anteil bei den AU-Tagen ein. Im Schnitt sind es 42 Tage* pro Person und Jahr, über alle Erkrankungen hinweg waren es 2024 dagegen circa 12 Tage. Außerdem waren es 2014 bei den psychischen Erkrankungen noch etwa zehn Tage weniger.
Linken-Bundestagsabgeordnete Anne Zerr kritisiert im Gespräch mit der "Rheinischen Post": "Obwohl sich die krankheitsbedingten Ausfalltage durch psychische Erkrankungen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt haben, zieht die Bundesregierung keine verbindlichen Konsequenzen für den psychischen Arbeitsschutz". Sie fordert daher eine "Anti-Stress-Verordnung", in der unter anderem Arbeitszeit und Arbeitsumgebung geregelt werden sollen.
Die Kleine Anfrage schließt mit der Frage, welche Vorhaben die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode plant, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren und die Prävention psychischer Erkrankungen zu stärken. Hierzu wurde seitens der Bundesregierung geantwortet, dass die Projektgruppe „Psychische Belastungen“ des Ausschusses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA) eine Arbeitsschutzregel erarbeiten soll, in der „die wesentlichen Gestaltungsanforderungen und -maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit konkretisiert werden“. Mit dieser Regel soll ein einheitliches Konzept zum Schutz der Gefährdung durch psychische Belastungen sowie Handlungssicherheit bei den Betrieben erreicht werden. Zudem soll der sogenannte Ü45-Check, eine freiwillige, individuelle und berufsbezogene Gesundheitsvorsorge der gesetzlichen Rentenversicherung gesetzlich verankert und flächendeckend umgesetzt werden. Durch diesen Check sollen Präventions- und Rehabilitationsbedarfe frühzeitig erkannt werden. Des Weiteren wird in der Antwort auf das Programm ARBEIT: SICHER + GESUND (www.arbeit-sicher-und-gesund.de/themen/psychische-gesundheit) verwiesen, mit dem die „operative und inhaltliche Zusammenarbeit im Bereich der psychischen Gesundheit“ verbessert werden soll.
*Zu den Zahlen des Gesundheitsreports muss einschränkend gesagt werden, dass nur Fälle mit ärztlicher Krankschreibung berücksichtigt wurden, die tatsächlichen Ausfallzeiten dürften noch höher liegen.


