
Wo steht die Inklusion im Arbeitsleben aktuell?
Damit setzt sich ein negativer Trend fort, der bereits in den Vorjahren sichtbar war.
Zentrale Befunde im Überblick
- Anstieg der Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderung lag 2024 bei etwa 11,6 %, deutlich über der allgemeinen Quote von rund 6 %.
- Langzeitarbeitslosigkeit: Fast 44,4 % der Arbeitslosen mit Behinderung waren länger als ein Jahr ohne Beschäftigung, ein deutlich höherer Anteil als bei Menschen ohne Behinderung.
- Erfüllung gesetzlicher Vorgaben: Nur ein Drittel der Unternehmen, die gesetzlich zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung verpflichtet sind, erreichen die vorgeschriebene Quote von 5%, ein Rekordtief seit Beginn der Studie.
- Beschäftigungschancen: Die Wahrscheinlichkeit, aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder eingestellt zu werden, ist bei Menschen mit Behinderung deutlich geringer als bei Menschen ohne Behinderung.
Die Ergebnisse des Barometers liefern ein realistisches Bild davon, wie viel noch für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland getan werden muss. Sie zeigen auch, welche strukturellen Hindernisse weiterhin bestehen, von mangelnder Arbeitgeberbereitschaft bis hin zu niedrigeren Chancen auf langfristige Beschäftigung.
Mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) können unterschiedliche Herausforderungen angegangen und bewältigt werden:
1. Gesundheits- und Teilhabeorientierung
Das Inklusionsbarometer betont, wie schwer es Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das BEM hilft, frühzeitig individuell angepasste Lösungen zu finden, um Arbeitsfähigkeit und Beschäftigungschancen zu sichern.
2. Reduzierung lang andauernder Arbeitslosigkeit
Angesichts steigender Langzeitarbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderung kann ein gut gestaltetes BEM helfen, Rückkehrprozesse ins Arbeitsleben zu erleichtern.
3. Förderung inklusiver Unternehmenskultur
Das Barometer zeigt, dass viele Unternehmen gesetzliche Anforderungen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nicht erfüllen. Ein richtig umgesetztes BEM kann sensibilisieren und Bewusstsein schaffen, Barrieren abbauen und damit eine inklusive Unternehmenskultur fördern, die über das gesetzliche Minimum hinausgeht.
Das Inklusionsbarometer Arbeit 2025 weist auf eine negative Entwicklung bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt hin und macht klar: Es sind nicht nur rechtliche Pflichten, sondern aktive, unterstützende Maßnahmen im Betrieb nötig. Hier setzt das BEM an, als praktische Brücke zwischen individueller Unterstützung und inklusiver Unternehmenskultur durch die Barrieren gemeinsam abgebaut und Beschäftigungschancen nachhaltig verbessert werden können.
Quelle und kostenfreier Download: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/studien/zahlen-daten-fakten


