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Prävention wirkt, und es muss noch viel getan werden
Suizid ist nicht nur eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland, sondern führt öfter zum Tod als Verkehrsunfälle, eine AIDS-Erkrankung, Drogenkonsum und Gewalt. Am häufigsten betroffen sind Männer. Für 2024 wird geschätzt, dass mehr als 10.000 Menschen ihr Leben durch Suizid verloren haben und zehnmal so viele (100.000) einen Suizidversuch unternahmen.
Seit etwa 50 Jahren werden Suizidprävention und Aufklärung öffentlich unterstützt. 2002 wurde das Nationale Suizidpräventionsprogramm gestartet und 2024 die Nationale Suizidpräventionsstrategie vorgestellt. Auch hat sich der gesellschaftliche Blick auf Suizid geändert. Laut Bericht zu Suizidprävention von 2021 werde Suizid statt religiös motiviert zu tabuisieren heutzutage stärker mit einer Haltung betrachtet, die die Selbstbestimmung des Individuums achtet. Es gibt mehr Verständnis für die individuellen Umstände der Betroffenen.
Eine positive Tendenz ist zwar erkennbar: Seit den 1980er Jahren hat sich die Anzahl von ca. 18.000 auf 9.000 - 10.000 Suizide pro Jahr verringert. Jedoch nimmt diese Zahl seit 20 Jahren nicht weiter ab.
Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) benennt als Risikofaktoren für einen Suizid psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, Schizophrenie, und Arbeitslosigkeit. Positiv wirken dagegen die Enttabuisierung von Suizid und Präventionsprogramme für Suizidgefährdete. Auch die Darstellung in den Medien spielt dabei eine große Rolle, da sie gesellschaftliche Vorstellungen und persönliche Einstellungen prägt.
Hilfe bei Suizidgedanken
Haben Sie Suizidgedanken? Sind die Gedanken akut und konkret? Bitte nehmen Sie Hilfe an, Sie sind nicht allein. Wenden Sie sich an Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen, an die nächste psychiatrische Klinik oder rufen Sie in akuten Fällen den Notruf an unter 112. Wenn Sie Unterstützung dabei brauchen, wenden Sie sich an Familie, Freund*innen und Bekannte.
Unterschiedliche Anlaufstellen finden Sie auch auf dieser TAZ-Seite: Hilfsangebote bei suizidalen Gedanken: Brauchen Sie Hilfe? | taz.de
Quelle: Suizidprävention in Deutschland: Sinkende Zahlen, bleibende Herausforderung | taz.de


