RUPERT – Psychische Gesundheit im Rettungsdienst

RUPERT bietet Rettungskräften eine anonyme, kostenfreie Plattform mit Selbsthilfeforum, Videos und Informationsmaterialien.

Rettungskräfte sind im Berufsalltag vielfältigen physischen und psychischen Anforderungen ausgesetzt. Neben der hohen Verantwortung für das Leben anderer Menschen belasten sie unregelmäßige Arbeitszeiten, Personalmangel und wiederholte Einsätze bei schweren oder traumatischen Ereignissen, etwa Unfällen oder Kindernotfällen. Studien zeigen, dass diese Belastungen gravierende Folgen haben können: So berichtete in einer Erhebung des Robert Koch-Instituts rund jede achte Rettungskraft in den vorangegangenen zwölf Monaten an einer Depression erkrankt gewesen zu sein. Ein Anteil, der etwa doppelt so hoch ist wie in der Allgemeinbevölkerung.

Das Berufsfeld ist überwiegend männlich geprägt, und gerade Männer neigen dazu, psychische Probleme aus Angst vor Stigmatisierung oder beruflichen Nachteilen zu verbergen. Traditionelle Vorstellungen von Stärke und Leistungsfähigkeit erschweren es zusätzlich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Daher besteht ein besonderer Bedarf an anonymen, niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten, die speziell auf die Zielgruppe der Rettungskräfte zugeschnitten sind.

Ein solches Angebot stellt das Projekt RUPERT – foRUm für Psychische gEsundheit im deutschen RetTungsdienst dar. Es wurde vom Diskussionsforum Depression e. V. gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention entwickelt und durch die Organisation Movember von 2021 bis 2025 gefördert. Ziel des Projekts ist es, psychische Belastungen im Rettungsdienst sichtbar zu machen, Wissen zu vermitteln und Betroffene beim Zugang zu Unterstützung zu begleiten.

RUPERT besteht aus zwei zentralen Bausteinen:

  • Ein moderiertes Online-Selbsthilfeforum, das anonym, kostenfrei und rund um die Uhr zugänglich ist. Hier können sich Rettungskräfte über Belastungen, psychische Krisen und persönliche Bewältigungsstrategien austauschen. Als Teil des großen Diskussionsforums Depression bietet es einen geschützten Raum für gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch.
  • Eine Informationsplattform zur Prävention und Selbstfürsorge, die in zehn Modulen wissenschaftlich fundierte Inhalte und praxisnahe Übungen zu Themen wie Stressbewältigung, Resilienz, Männergesundheit, kollegiale Unterstützung und psychische Erkrankungen vermittelt. Ergänzt wird das Angebot durch Erfahrungsberichte von Rettungskräften und sogenannte „Powertools“ – konkrete Übungen für den Alltag.

Die wissenschaftliche Begleitevaluation, durchgeführt in Kooperation mit der University of Canberra, bestätigte die hohe Akzeptanz und Wirksamkeit des Projekts. Neben der Onlineplattform wurden im Rahmen von RUPERT auch praxisorientierte Materialien entwickelt, darunter Einsatzkarten für Krisengespräche, Lehrmaterialien zur psychischen Gesundheit in der Rettungsausbildung sowie Fachberichte, die Forschung und Praxiserfahrungen zusammenführen.

RUPERT trägt dazu bei, die psychische Gesundheit im Rettungsdienst stärker ins Bewusstsein zu rücken, Wissen zu verbreiten und den Zugang zu Hilfe zu erleichtern – anonym, praxisnah und zielgruppengerecht.

Auch nach Ende der Förderung durch Movember bleibt die Informationsplattform RUPERT ein stark genutztes Angebot für Rettungskräfte, dass du Spenden ermöglicht wird.

Neu erschienen ist die RUPERT-Taschenkarte zur Einschätzung akuter Suizidgefahr nun auch in einer Version für die Polizei.

Eine Druckdatei für einen Flyer und ein Poster sowie Pressemitteilungen gibt es hier zum kostenfreien Download: https://rupert-community.de/medien 

Quelle und weitere Infos:

Rettungskräfte - Stiftung Deutsche Depressionshilfe

RUPERT