Vielfalt im BEM

Hier finden Sie übersichtliche Informationen und hilfreiche Links zu Vielfalt im BEM.

Um die Ziele des BEM zu erreichen, braucht es systematische Strukturen und Prozesse, die sich an diesen 5 Leitlinien orientieren: 

  • Freiwilligkeit, 
  • Gleichheit, 
  • umfassenden Beteiligung,
  • Vertraulichkeit und Datenschutz,
  • Prävention

Nur so kann bei der Einführung und Weiterentwicklung des BEM, ein zielgerichtetes und zugleich ergebnisoffenes BEM ermöglicht werden (weitere Informationen in diesem BEM-Artikel).

Gleichheit als BEM-Leitlinie

Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Im Arbeitskontext und damit auch im BEM treffen Menschen mit unterschiedlichen Merkmalen und Lebensgeschichten aufeinander. Deshalb ist Gleichheit eine der zentralen Leitlinien für ein gelingendes BEM. Allen BEM-Berechtigten stehen die gleichen Chancen zu, ihre Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten und zu fördern. Gleichheit im BEM bedeutet:

Allen BEM-Berechtigten wird

  • unabhängig von Krankheitsverlauf oder Anstellungsverhältnis
  • sowie unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sozioökonomischem Hintergrund, sexueller Orientierung, religiösem Hintergrund und Geschlechtsidentität

ein systematisches BEM angeboten.

Dazu müssen die Strukturen und das BEM-Verfahren kontinuierlich geprüft und bei Bedarf angepasst werden (siehe auch BEM-Evaluation). Hierzu gehört auch, dass genügend Ressourcen, vor allem personelle, für alle BEM-Berechtigten bereitgestellt werden müssen. Außerdem braucht es einen respektvollen und fairen Umgang, der Benachteiligungen anerkennt und vermeidet, sowie eine bedarfsgerechte Beratung im BEM.

Dies trägt dazu bei, Barrieren abzubauen, den Zugang zu Leistungen im BEM zu verbessern und für alle eine gute Versorgung zu gewährleisten.

Vielfaltsdimensionen

Um ein Verständnis davon zu haben, welche Merkmale relevant sein können, hilft das "Modell der Vielfalt". Es geht auf die US-Amerikanerinnen Lee Gardenswartz und Anita Rowe zurück und beschreibt die Vielfalt von Personen mit unterschiedlichen Merkmalen. Diese gliedern sich in mehrere Dimensionen, die hier in Ringen dargestellt sind. Je weiter ein Merkmal vom Kern des Modells entfernt ist, desto flexibler und veränderbarer ist es. Dies spielt jedoch für den Wert der Dimension keine Rolle - jede ist genauso wichtig wie die andere.

Kerndimensionen (Beispiele): körperliche und geistige Fähigkeiten, sexuelle Orientierung, Alter, Nationalität.

Äußere Ebene (Beispiele): Familienstand, Einkommen, Auftreten

Organisationale Ebene (Beispiele): Arbeitsort, Arbeitsinhalte/-feld

Für eine wertschätzende Begegnung ist es wichtig, offen zu sein und individuelle Merkmale einer Person anzuerkennen und zu respektieren. Dabei ist kein Mensch frei von (teils unbewussten) Überzeugungen, Denkmustern und Vorurteilen. Es braucht Zeit und Wissen diese zu reflektieren und zu ändern.